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AMERICAN FOOTBALL (30 Jahre Dortmund Giants)

Drei Jahrzehnte American Football, ohne Insolvenz, ohne Namensänderung oder Umzug in eine andere Stadt - eine Bilanz, die nicht viele Clubs in Football-Deutschland vorweisen können. Die Dortmund Giants jedoch feiern - offiziell am 22. Mai - in diesem Jahr ihr 30. Vereinsjubiläum.

Alles begann in jenem Mai 1980, allerdings nicht einmal in Dortmund selbst, sondern in der Nachbarstadt Unna, genauer gesagt in einer Gaststätte mit dem Namen „VIP“. Dort gründeten die acht Football-Freaks Dirk, Ingo und Gisela Lubowsky, Manfred Schröder, Heinz-Jürgen Köster,.....

 

Peter Gierys, Herbert Constapel und Jörg Kemmesies den ersten American Football-Club Dortmund. Im ersten Vereinsjahr konnte auch gleich der erste sportliche Erfolg erspielt werden. In einer Freundschaftsvergleich bezwangen die „Riesen“ ein Team aus Krefeld mit 34:0. Nicht übermittelt ist allerdings, ob der nur auf Grund der bei den Rheinländern wohl herrschenden Verwirrung zustande gekommen ist. Die Giants liefen nämlich ausschließlich mit den Trikot-Nummern 30, 33 und 86 auf, andere Jerseys boten die Dortmunder Kaufhäuser schlicht nicht an.

Zudem leisteten sich die Dortmund Giants gleich ihre erste Fehlentscheidung, indem sie sich zum Spielbetrieb im zum American Football-Verband Deutschland (AFVD) in Konkurrenz stehenden American Football-Bund Deutschland (AFBD) anmeldeten. Dies bedeutete in der Saison 1981 zwar gleich die Erstliga-Zugehörigkeit, doch als sich die beiden Verbände zum Jahreswechsel zum AFVD zusammenschlossen, bevorzugte der sein Mitglied Herne Tigers für die erste Liga, verbannte die „Giganten“ in die Zweitklassigkeit. Drei Jahre sollte es anschließend dauern, bis die Giants 1984 zurück waren in der Bel étage des deutschen Footballs.

Die parallel intensivierte Nachwuchsarbeit sowie der Erhalt der Klasse in den beiden folgenden Spielzeiten ebneten den „fetten Jahren“ der „Riesen“ den Weg. Hinter der zum damaligen Zeitpunkt wohl stärksten Offensive Line Deutschlands um Uwe Zurhorst, Christian Burrichter, Andreas Tiedemann, Kai Saatkamp und Kai Friedrich entfachten die „Running Backs“ Tobias Gerland, B.J. Johnson, Simal Yilmaz oder Willie „Bo“ Faust, dirigiert vom damaligen Nachwuchs-Quarterback und späteren „Mister Giants“ Christian Hauck, über Jahre ein Angriffsfeuerwerk, dem nur wenige Teams stand hielten. Die Achtel- (1986 und 1990), Viertel- (1987 und 1988) sowie die Halbfinal-Teilnahme in den Play Offs um die Deutsche Meisterschaft zählen auch noch heute zu den größten sportlichen Erfolgen. Auch ein neuer Vereinsrekord, das 100:6 gegen die Hilden Hurricans, fiel in diese Zeit. Unvergessen auch die Rivalität mit den Berlin Adlern. Zwar zogen die Bierstädter zumeist den Kürzeren, doch schwemmten die intensiven Vergleiche mit Gerland, Saatkamp, Tiedemann, Friedrich, Hauck, Gerald Olceweski und Dirk Kapella gleich sieben „Giganten“ in den Kreis der Nationalmannschaft.

Bergab ging es mit den Giants erst wieder Anfang der 90-iger Jahre. 1991 kam die zweigleisige erste Liga, die den Dortmundern bereits in der regulären Saison Teams vom Kaliber der Panther oder Crocodiles bescherte. Gelang in dieser Spielzeit noch der Klassenerhalt, ging es in den folgenden Jahren schnell in die Drittklassigkeit, was auch der zwischenzeitlich als Coach verpflichtete damalige World League-Star Olaf Hampel nicht verhindern konnte. Dem Erstliga-Abstieg folgte nämlich nicht der geplante direkte Wieder-Aufstieg, der in der ´94-Saison sogar auf den Aufwärm-T-Shirts („We are back in 1995“) der Giants angekündigt wurde, sondern Platz vier, kombiniert mit einer neuerlichen Umstrukturierung der Ligen, die die Giants zu „Drittklässlern“ machte.

Mit Mel Crandall, dem ehemaligen Quarterback und Coach der Red Barons aus  Köln, in der Position des Head Coaches kam 1996 wieder die Wende zum Besseren. Mit einer „Perfect Season“ verabschiedeten sich die „Giganten“ aus der Regional- in die zweite Bundesliga. Im darauffolgenden Jahr etablierten sich die Dortmunder in dieser Liga und kamen dann 1998 auf Rang drei ein, erstmals in der Vereinsgeschichte glückte dabei eine Platzierung in der Tabelle vor den Berlin Adlern. Einem weiteren Jahr in der Liga folgte die so genannte „B1-Ära“, die Kooperation der Giants mit den Bochum Cadets, die gemeinsam ein Zweitliga-Team stellten. Doch die hohen Erwartungen konnten nicht umgesetzt werden, es war das Jahr der Berlin Adler und Dresden Monarchs, die den Zweitliga-Titel ausspielten. „B1“ kam nur auf Position drei ein, was die Kooperation zwischen den Revier-Nachbarn auch schon wieder beendete. Was folgte, war der komplette Neustart - in der Verbandsliga. Dort gelang allerdings unter Spielertrainer Tobias Gerland gleich wieder eine „Perfect Season“, einschließlich eines neuen Vereinsrekords (102:0 gegen die Bünde Wild Boys). Und auch in der Oberliga hielten sich die Gerland-„Riesen“ lediglich eine Saison auf, starteten gleich in die Regionalliga durch, in der sie auch im 25. Jubiläumsjahr auf Touchdown-Jagd gingen.

In den vergangenen fünf Jahren pendelten die Giants stets zwischen der Ober- und der Regionalliga. Regionalliga-Abstiegen folgten aber immer souveräne Oberliga-Spielzeiten, die den direkten Wiederaufstieg zur Folge hatten. Auf der Position des Head Coaches löste Russel Roop Tobias Gerland ab. Auf Roop folgte nach dessen Rückkehr in seine US-Heimat 2009 Michael Hap. Der legte in seinem ersten Jahr gleich eine „Perfect Season“, eine Saison ohne eine einzige Niederlage, in der Oberliga hin und baute die Serie von einem Dutzend Begegnungen ohne Niederlage durch zwei Auftakterfolg in der diesjährigen Regionalliga-Spielzeit auf 14 Spiele aus.

Feierlichkeiten planen die „Riesen“ im Jubiläumsjahr erst nach Abschluss der Saison. So soll es am 9. Oktober rund um ein „Oldstar-Spiel“ mit ehemaligen „Giganten“ auch ein Kinderprogramm möglicherweise gleich in der Nähe der neuen Giants-Heimat Mendesportplatz auf dem Gelände des „Big Tippi“ im Fredenbaumpark geben.  Volker Ohm

 Dortmund Giants: Die größten sportlichen Erfolge

 1986

Play Off-Achtelfinale

Dortmund Giants – Bonn Jets  7:23

 1987

Play Off-Achtelfinale

Red Barons Cologne – Dortmund Giants  24:28

Play Off-Viertelfinale

Badener Greifs Dortmund Giants  48:6

 1988

Play Off-Achtelfinale

Dortmund Giants – Bonn Jets  28:27

Play Off-Viertelfinale

Ansbach Grizzlies – Dortmund Giants  23:22

 1989

Play Off-Achtelfinale

Dortmund Giants – Cologne Crocodiles  52 :0

Play Off-Viertelfinale

Noris Rams – Dortmund Giants  18:36

Play Off-Halbfinale

Berlin Adler – Dortmund Giants  55:0

 1990

Play Off-Achtelfinale

Dortmund Giants – Red Barons Cologne  0:52